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Spielbericht Offenburg Miners vs Leonberg Alligators

A hell of a game

Am vergangenen Samstag traf der Tabellenzweite, die Offenburg MINERS, auf den Tabellenführer, die Leonberg Alligators, zum Showdown in der Ortenau. Nachdem die Bergleute im April regelrecht überrollt wurden, waren die Vorzeichen für dieses Spiel klar. Jeder erwartete das absolute Spitzenspiel der Bezirksliga und alle waren sich sicher, dass die beiden Offense Reihen das Spiel dominieren werden, denn beide Angriffsreihen hatten sich in den letzten Spielen als wahre Touchdown Maschinen erwiesen.

Und das Spiel am Samstag sollte alle Erwartungen übertreffen. Das erste Quarter wurde direkt von Beginn an durch die Defense beider Mannschaften bestimmt. Keiner – weder die MINERS noch die Gators – ließen nennenswerte Raumgewinne zu, statt des zu erwartenden Touchdown Festivals blieben die beiden Angriffsteile weit hinter den Erwartungen zurück. Die MINERS Defense war exzellent auf das Laufspiel der Leonberger eingestellt. Der hochtalentierte Quarterback der Gäste musste ein ums andere Mal flüchten und bereits zu diesem Zeitpunkt mehr einstecken, als in der ganzen Saison. Aber auch die Gästeverteidigung hatte ihre Hausaufgaben gemacht und nutzte jede Gelegenheit, um das Spiel der MINERS zu unterbinden. So endete das erste Quarter ohne Punkte für beide Mannschaften, aber mit einer Euphorie in beiden Verteidigungsreihen, denn es stellte sich heraus, dass der Plan wohl aufgehen könnte.

Mit dem Wechsel des Quarters stabilisierten sich aber die Angriffsbemühungen beider Mannschaften und so kamen zuerst die Bergleute in den Genuss Punkte im Spiel zu machen und führten mit 7 Punkten, bevor der Leonberger Angriff zum Ausgleich kam und ebenfalls 7 Punkte auf die Anzeigetafel brachte. Mit 7 : 7 ging es dann auch in die Halbzeit und allen Beteiligten war deutlich geworden, auf welch hohem Football Niveau hier gerade gespielt wird.

Das Spiel war völlig offen und ausgeglichen und jedem war klar, dass die Mannschaft das Spiel entscheiden wird, die weniger Fehler macht.

Die Coaches der MINERS forderten in der Pause von ihren Spielern auch vehement, dass sie den Fokus nicht verlieren und trotz der Hitze bis zum Schluss fokussiert bleiben. Kein leichtes Unterfangen bei weit über 35 Grad im Schatten, das war allen klar. Allerdings wurden die MINERS zur Pause auch geschwächt, denn ihr Quarterback – Lucas Baum – musste mit einer Verletzung am Finger der Wurfhand, direkt ins Krankenhaus. So musste Headcoach Maurizio Nici seine Formation umstellen.

Das führte dazu, dass der Angriff der MINERS vorübergehend ins Stocken geriet. Profiteur war der Tabellenführer, der sich nun auch auf die Defense eingestellt hat und die vermeidliche Schwachstelle zu erkennen glaubte. Immer wieder testete der gegnerische Quarterback die Secondary der MINERS und gegen Ende des dritten Quarters provozierte er auch den erhofften Fehler, in dem er seinen Receiver auf eine Slant-Route schickte und die Rückwärtsbewegung des Safetys der MINERS gnadenlos ausnutzt. Damit drehten die Gators das Spiel und führten zum Ende des dritten Quarters mit 7 : 14.

Doch das Spiel war ein Spitzenspiel und dazu gehört auch die entsprechende Vorbereitung. Mit dem Wechsel kamen die Angreifer der MINERS endlich wieder in ihren Rhythmus auch ohne ihren verletzen Quarterback.

Der Lauf der MINERS – das Prunkstück der Offense – versetzte die gegnerische Defense einmal mehr unter Druck. Mit kraftvollen Läufen und vor allem mit unbändigem Willen marschierten die Mannen um Dustin Clarke und Marc Oberlé nach vorne. Letztlich schafften sie mit einem kraftvollen Lauf den verdienten Ausgleich und setzten mit einer gelungenen 2 Point noch einen drauf.

Doch die MINERS wollten mehr, der Wille zum Sieg sollte die Entscheidung herbeiführen und die Defense der MINERS lieferte einmal mehr ab – stoppte den Gegner und verschaffte ihrem Angriff eine

gute Feldposition. Die MINERS marschierten – und kamen gut 2 Minuten vor Ende des Spiels zu ihrem Touchdown und damit zur 21 zu 14 Führung. Leider verpassten es die Bergleute den Vorsprung mit dem Extrapunkt auszubauen, was sich im dramatischen Verlauf der Endphase bitter rächen sollte.

Es schlug die Stunde der Verteidigung – „wir waren uns klar, dass wir gegen die tiefen Bälle arbeiten müssen“ erklärte nachdem Spiel der Kapitän der MINERS Philipp Geng. Die MINERS Verteidiger griffen ein ums andere Mal die Offense an und zwangen den QB zu guten Einzelleistungen. So brach er mit einem fulminanten Lauf durch die Mitte der MINERS Defense und schaffte so einen neuen ersten Versuch, bei etwas mehr als einer Minute verbleibender Spielzeit. Wieder gingen die MINERS Verteidiger tief und erwarteten den alles entscheidenden Pass. Dieser kam dann auch und wäre der Plan aufgegangen, dann hätten die MINERS diesen Angriff auch kontrolliert, doch vermutlich durch die Hitze hatte der Cornerback ausgerechnet in diesem Moment einen mehr als tragischen Blackout – wurde überworfen und sein Gegenspieler konnte ungehindert in die Endzone laufen. Der Angriff der Leonberger stand plötzlich bei 21:20.

Man entschied sich für eine 2 Point und es oblag dem Quarterback der Gäste mit einem beherzten Sprung den Ball über die Endzonen-Markierung zu halten und somit das Spiel quasi mit dem Schlussakkord zu drehen.

Mit 50 Sekunden auf der Uhr übernahmen die MINERS den Ball, schafften es mit einem Wahnsinnspass von Dustin Clarke auf Yannick Herelle den Angriff wieder in die Nähe der gegnerischen Endzone zu führen. Jedem war klar, das Spiel ist noch nicht zu Ende. Doch just in dem Moment machte sich auch das Fehlen des Quarterbacks bemerkbar, mit dem Lauf wäre die Distanz zu groß gewesen – also versuchte Running Back Marc Oberlé es seinem Kollegen Dustin Clarke gleich zu machen und seinen Receiver mit dem Pass zu treffen, doch die Defense der Alligators war aufmerksam und fing den Ball ab. Somit war das eingetreten, was jedem nach dem ersten Quarter klar war: die Fehler werden entscheiden.

Die Enttäuschung auf Seiten der MINERS war deutlich zu erkennen, man war so dicht dran und verlor das Spiel undankbar mit 21:22. Doch bereits beim traditionellen Abklatschen an der Mittellinie war klar, dass hier etwas außergewöhnliches stattgefunden hat. Die Gegner aus Leonberg zollten den kämpfenden Bergleuten größten Respekt und immer wieder war deutlich mehr als nur „good game“ zu hören, sodass der Frust über die Niederlage sich langsam mit dem Gefühl eines außergewöhnlichen Spieles vermischte.

Nichts desto trotz werden die MINERS nun alles daran setzen den zweiten Platz zu verteidigen und sich in den nächsten Spielen keine Blöße zu geben. Die nächsten beiden Heimspiele gegen Crailsheim und gegen Kuchen im Juli werden im Schaible Stadion stattfinden.

Auch wenn für die MINERS nachdem Spiel gegen Leonberg feststand, dass einige Spieler für den Rest der Saison ausfallen werden, so ist es dennoch das klare und unmissverständliche Ziel, alles daran zu setzen am 01.09 und am 14./15.09 die Relegation gegen den Gegner aus der Landesliga zu spielen und dann auch erfolgreich abzuschließen.

Die Punkte für die MINERS erzielten Baum, Clarke und Kamara, für den Extrapunkt sorgte Jan Miller und für die 2 Point Conversion Marc Oberlé.

Am 20.07.2019 kommen die Crailsheim Titans in die Ortenau, eine Woche darauf, am Sonntag dem 28.07.2019, kommen die Mammuts aus Kuchen, bevor es am 03.08. zu den Albstadt Alligators geht.

„Wir haben ein spannendes Programm bis zum 03.08, das werden wir zu keinem Zeitpunkt aus den Augen verlieren“ zieht Headcoach Nici sein Fazit „ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft, sie hat heute einmal mehr Charakter bewiesen und gezeigt, was in ihr steckt“.