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Spielbericht Ludwigsburg Bulldogs vs. Offenburg Miners

„Wir haben gekämpft wie eine Familie.“

Die sechste Niederlage in Folge und am Ende flossen Tränen – die Offenburg Miners verlieren gegen die Ludwigsburg Bulldogs mit 0:16 und hadern mit ihrem Pech. Denn wieder einmal sagt die Niederlage zu Null nicht aus, dass dem erschreckend dünn besetzten Miners-Kader nichts gelungen wäre. Oftmals fehlte das letzte Quäntchen Glück und es zeigte sich Unerfahrenheit, da Offense- und Defensespieler wegen der vielen Verletzungen gemischt werden mussten. Daher reichten wenige gute Aktionen der Ludwigsburger aus, um zu gewinnen.

Mitte des ersten Viertels nahm das Spiel an Fahrt auf. Ludwigsburg erlangte einen neuen ersten Versuch, dessen folgende Lauf- und Passspiele aber gut von der Miners-Defense um Jan Wiedemer geblockt wurden. Beim anschließenden Angriff der Miners zeigte Lucas Baum schöne Läufe sowie einen Pass auf Dustin Clarke, der einen neuen Versuch zur Überbrückung der erforderlichen zehn Yards zur Folge hatte. So endete das erste Viertel. Dieser gleich im zweiten Viertel ausgespielte erste Versuch misslang aber gehörig, da sich ein Ludwigsburger Verteidigungsspieler den Ball aus der Luft schnappte und mit dieser Interception der Ballbesitz wechselte. Die Bulldogs nutzen dies und rückten Yard für Yard nach vorne, bis sie schließlich einen Yard vor der Endzone standen und sich dann den Touchdown sicherten. Auch der Zusatzpunkt gelang, es stand 7:0 für Ludwigsburg. Bei den folgenden Angriffen der Offenburger zeigte Nico Erny wiederholt seine Stärke sowie das gesamte Offense-Team sein Können mit einem Trick Play. Aber die letzte Konsequenz zum Punktgewinn fehlte. In der Halbzeit konnte man eine starke Leistung der Miners Defense bilanzieren, die den Gegner oft früh bei seinen Läufen stoppen konnte und auch einen Quarterback Sack erzielte, also der gegnerische Quarterback zu Boden gebracht wurde, bevor dieser den Ball abgeben konnte.
In der zweiten Hälfte arbeitete sich die Miners Offense dank bis zu 36 Yards langen Läufen von Lucas Baum und Nico Erny immer wieder nach vorne, bis Mitte und Ende des dritten Viertels wieder Interceptions die Bemühungen zunichte machte. Die aber keinen Punktgewinn nach sich zogen. Gleich nach Anpfiff des letzten Viertels kam es zu einem überraschenden Fieldgoal-Versuch der Bulldogs, der die Distanz von 15 Yards überwinden musste, da sie zuvor wegen einer Strafe fünf Yards zurückgehen mussten. Der Versuch gelang, es stand 10:0. Nichtsdestotrotz waren die Miners weiterhin konzentriert und es war mitreißend zu sehen, wie beherzt sie weiter ihr Spiel durchzogen, durch einen weiteren Sack den Gegner schwächten, Offense-Spieler Dustin Clarke ein guter Lauf nach dem anderen gelang und Marc Oberlé, der wie auch andere Spieler als Defensive Back in der Offense aushalf, mit einem 50 Yards-Lauf seine Schnelligkeit zeigte. Kurz vor der Endzone angelangt, war es für die Miners daher umso ärgerlicher, dass ein Fehler ausreichte und ein Angreifer der Bulldogs mit dem Ball über das gesamte Spielfeld rannte und die nächsten sechs Punkte holte. Die zwei Zusatzpunkte allerdings misslangen. Noch immer gaben die Miners nicht auf und Nico Erny rannte unter lautem Jubel der übrigen Spieler von der eigenen 20 Yards-Linie los, bis er kurz vor der Endzone von den Füßen geholt wurde. Leider warf einer der Schiedsrichter eine Flagge auf das Feld, sodass dieser Run nicht galt. Bei weniger als zwei Minuten Spielzeit gelang es den Miners noch einen Fumble zu recovern, konnten aber auch dies nicht in Punkte umsetzen. Das Spiel endete daher mit 16:0.
Ob der starken, geschlossenen, aber erfolglosen Leistung des Teams – das vor dem Spiel nicht mit dem Ruf „One, two, three, Miners!“, sondern mit „One, two, three, Family!“ motivierte Einigkeit zeigte – stiegen Defense-Coach Dietmar Groß bei der Schlussansprache die Tränen in die Augen. Auch Headcoach Maurizio Nici zeigte sich beeindruckt und meinte: „Man hat heute euer Herz gespürt. Ich bin stolz auf euch. Mehr kann man bei dieser Personalsituation nicht verlangen.“

Da sich die Böblingen Bears kurz vor Saisonbeginn aus dem Ligabetrieb zurückgezogen hatten, haben die Miners nun drei Wochen spielfrei, bevor es am 07. Juli in Fellbach wieder zur Sache geht.